Allgemeines


Das Universitätsklinikum Leipzig ist eine der traditionsreichsten Universitätskliniken Deutschlands und mit 1.345 Betten und rund 4.300 Mitarbeitern (inklusive der Medizinischen Fakultät) in 26 Kliniken und Polikliniken, sieben Instituten und elf Abteilungen das größte Krankenhaus Leipzigs.[1]

 

Geschichte


Die Medizinische Fakultät der Universität Leipzig wurde 1415 gegründet, wenige Jahre nach der Gründung der Universität selbst im Jahre 1409. Wie an allen europäischen Universitäten wurde das medizinische Wissen zunächst rein theoretisch verbreitet. Der erste Schritt zur modernen wissenschaftlich fundierten Medizin wurde 1704 mit der Einrichtung des ersten anatomischen Theaters (Theatrum anatomicum) durch Johann Christian Schamberg vollzogen. 1799 wurde das „Institut für den klinischen Unterricht“ im Jakobshospital gegründet, in dem erstmals auch Patientenuntersuchungen, chirurgische Demonstrationen und Sezierübungen stattfanden. Johann Christian August Heinroth wurde 1811 auf den weltweit ersten Lehrstuhl für „psychische Therapie“ (Psychiatrie) berufen. Der heutige Hauptstandort der medizinischen Fakultät in der Liebigstraße wurde 1871 durch Carl Reinhold August Wunderlich und Carl Thiersch als „Städtisches Krankenhaus zu St. Jakob“ begründet. 1897 wurde mit dem „Roten Haus“ das Wahrzeichen des medizinischen Viertels eingeweiht. In der Zeit von ca. 1880 bis zum Zweiten Weltkrieg erlebte die Medizin an der Universität Leipzig ihre größte Blüte. Leipzig gehörte in jener Zeit mit Forschern wie Paul Flechsig, Carl Ludwig und Wilhelm His zu den ersten wissenschaftlichen Lehr- und Arbeitsstätten der Welt. 1891 gründete Otto Heubner die Universitäts-Kinderklinik. Im Zweiten Weltkrieg wurden große Teile des medizinischen Viertels zerstört. Mit dem Institut für Anatomie wurde 1956 der erste Nachkriegsneubau eröffnet; auch alle weiteren Institute wurden nach und nach wieder aufgebaut. 1953 ging das Krankenhaus St. Jakob an die Universität über. Die 1953 gegründete Abteilung für stationäre Psychotherapie und Psychosomatik war eine der ersten in Deutschland. Seit 1990 sind fast alle Kliniken und Institute neu gebaut oder komplett saniert worden. Das Klinikum, das 1961 die erste Klinik für Herz- und Gefäßchirurgie in Europa gründete, besitzt jedoch keine eigene Herzchirurgie mehr, da entsprechend einem Vertrag zwischen Freistaat und der Rhön-Klinikum AG seit 1994 das private Herzzentrum Leipzig im Stadtteil Probstheida als Universitätsklinikum fungiert. Bis zur Eröffnung des Zentrums für Konservative Medizin im November 2008 wurden am Standort Liebigstraße rund 350 Millionen Euro investiert. Bis etwa Mitte 2009 zogen alle Abteilungen aus dem alten Bettenhaus in die Klinikneubauten.

 

 

Quellennachweise
*1 Zahlen und Fakten auf den Seiten der Universitätsmedizin Leipzig (abgerufen am 21. Januar 2011)